Tiere in freier Wildbahn sind ein beeindruckendes Erlebnis. Wenn der Hirsch sein gewaltiges Röhren durch den Wald schallen lässt. Wenn Gämsen geschickt über Geröllhalden turnen. Und wenn der Adler seine Schwingen ausbreitet und über den Bergen majestätische Kreise zieht. Sie sind im Großen ebenso beeindruckend wie im Kleinen. Wie groß ist die Freude, wenn ein Feuersalamander über den Weg huscht oder ein Fisch sich im glasklaren See dem Ufer nähert. Ganz zu schweigen von der enormen Vielfalt an Insekten, die uns beim Wandern im Wald und auf der Wiese begegnen.
Es ist nicht einfach, beim Wandern Hirsche oder Gämsen anzutreffen. Der "König des Waldes" ist ebenso scheu wie die Kletterkünstler der Berge. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Begegnung steigt allerdings, wenn sich die Naturliebhaber einem Nationalpark Ranger anvertrauen, zum Beispiel in Oberösterreichs Nationalpark Kalkalpen. Diese Spezialisten wissen genau, wo sich das Rotwild im Sommer aufhält und wo die herstliche Hirschbrunft ihrem spektakulären Höhepunkt zustrebt. Sie nehmen ihre Gäste mit zur winterlichen Rotwildfütterung, zu der sich ganze Familien dieser prächtigen Waldbewohner einfinden. Die Ranger kennen auch das "Gamsgebirg" wie ihre Westentasche und führen Wanderer zu den besten Beobachtungsplätzen oder begleiten sie zur Gamsbrunft.
Der Luchs hat in den Wäldern des Nationalparks Kalkalpen schon seit vielen Jahren wieder ein natürliches Zuhause gefunden. Für den Menschen bleibt er meist unsichtbar. Durch seine Welt und seinen Lebensraum, die Bergwälder in drei Bundesländern, führt der Weitwanderweg "Luchs Trail" mit seinen 222 Kiloemetern in elf Etappen.
Die Haller Mauern in der Pyhrn-Priel Region sind ein vielseitiger Lebensraum für Tiere. Birk- und Auerhühner finden hier ebenso ihr Zuhause wie der Schwarzspecht. Der Mensch nutzt dieses Gebirge seit jeher für die Almwirtschaft. Und über allem kreist der majestätische "Herr der Lüfte" - der Steinadler. Eine Einladung zur Entdeckertour.
Der Feuersalamander mit seiner typischen gelb-schwarzen Zeichnung ist in vielen Wäldern zuhause und auch in Oberösterreich begegnet man dem kleinen Gesellen beim Wandern immer wieder, etwa im nahe der Donau gelegenen Pesenbachtal. Aber auch Eidechsen und Nattern leben in diesem Naturschutzgebiet.
Die Kunst Falken, Adler und ander Greifvögel abzurichten, ist viele Jahrhunderte alt. Wenn diese beeindruckenden Tiere ihre Schwingen ausbreiten und sich in die Lüfte erheben, ist das Staunen der Zuschauer groß. In spektakulären Flugmanövern zeigen diese Tiere, welch unglaubliche Flugkünste ihnen die Natur in die Wiege gelegt hat. Eine Gabe, die diese Tiere meist im Verborgenen ausleben, wenn sie auf der Jagd nach ihrer nächsten Beute sind. Bei Greifvogelvorführungen wird dieses Spektakel vor Publikum gezeigt.
Tiere im Wasser entziehen sich alleine durch ihren Lebensraum einer schnellen und einfachen menschlichen Beobachtung. Wer Hecht, Barsch und Konsorten von Angesicht zu Angesicht in ihrem Wohnzimmer treffen will, der muss gut im Tauchen sein. Dabei hat Oberösterreichs Wasserfauna einiges an Besonderheiten zu bieten. So lebt zum Beispiel in den Tiefen des Traunsees der Riedling. Diesen kleinen Fisch gibt es nur hier im Salzkammergut. Und nur der Riedling darf sich - gut gesalzen und auf dem Holzspieß gegrillt - "Stanglfisch" nennen. Es gibt in Oberösterreich noch weitere solcher Refugien. Der Gleinkersee in Roßleithen in der Urlaubsregion Pyhrn-Priel ist einer der letzten Rückzugsorte des Edelkrebses. Auch im Schiederweiher im benachbarten Hinterstoder ist dieser selten gewordene Krebs noch zu Hause. Und in den glasklaren Flüsse des Mühlviertels mit ihrem kalkarmen Wasser gibt es noch Vorkommen der Flussperlmuschel.
...im Wald und auf der Wiese. Insekten begleiten uns überall. Zu den Champions unter den Sechsbeinern zählen die Bienen. Sie sind allgegenwärtig, sind der Inbegriff für Fleiß und sie produzieren den Honig für den Frühstückstisch. Lehrpfade und Museen sonder Zahl befassen sich mit dem faszinierenden Leben dieser Insekten: Das Bienenmuseum in Zwettl an der Rodl, die Erlebnisimkerei Hüttner in Peilstein mit dem Weiselweg, der Bienenhof Attersee mit seinem Lehrpfad oder das Bienenschauhaus Kern in Roßleithen. Konkurrzenz machen den Bienen in Sachen Schönheit bestenfalls die Schmetterlinge. Ihnen ist der Schmetterlingswanderweg in Pfarrkirchen im Mühlkreis gewidmet. Tipps für Schmetterlings-Beobachter sind der Eglsee in Scharfling und die Orchideenwiese in Laussa.